Flüssige oder feste Seife - Was ist besser?

Seifenablagen und Seifenspender von GROHE

Flüssigseife vs. Festseife

„Nach dem Klo und vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen.“ Diesen Spruch bekommt man als Kind oft zu hören. Das Händewaschen ist fest verankert im Alltag. Dabei hat die Flüssigseife die Festseife vielerorts vom Waschtisch verdrängt. Doch zurecht? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Vor- und Nachteile die Stückseife und die Flüssigseife jeweils haben.

Die Frage nach Keimen und Bakterien

Klar ist: Seife tötet Bakterien nicht ab, sie löst sie nur von den Händen herunter. Bakterien und Keime können sich also auf ihr befinden und somit auch übertragen werden. Sie ist zudem kein gutes Nährmedium für Keime, Bakterien und Viren. Dennoch kann mit der vorherrschenden Meinung, dass das Seifenstück eine Bakterienschleuder ist, aufgeräumt werden. Wie die McBride-Studie aus dem Jahr 1984 belegt, tummeln sich auf Seifenstücken zwar mehr Bakterien, als auf Flüssigseife (hier ist eher der Pumpkopf belastet). Aber wie in dieser Studie herausgefunden wurde, werden die Bakterien kaum übertragen. Von der kontaminierten Seife wurde die Bakterienpopulation auf den Händen also nicht beeinflusst.

Schließlich ist die Seife dafür da, um Bakterien von den Händen herunterzuwaschen (und dabei wird auch ein Großteil derer heruntergewaschen, die sich auf dem Seifenstück befinden). Daher spielt dieser Aspekt bei der Frage, ob feste oder flüssige Seife besser ist, keine bedeutende Rolle. Dennoch wird empfohlen, im öffentlichen Bereich Flüssigseife zu verwenden. Im privaten Bereich darf es gerne eine Sache der persönlichen Vorliebe bleiben.

Was ist Festseife?

Seife entsteht in einem Kochprozess, der als „Verseifung“ bezeichnet wird. Dabei werden pflanzliche oder tierische Fette geschmolzen und in einer Lauge aufgekocht. Dabei werden die Natriumsalze aus den Fettsäuren gelöst, was den Seifenkern bildet. Der Seifenkern wird gereinigt, was zur Kernseife führt.

Je nach Laugenart wird die Seife fest (die übliche Stückseife zum Händewaschen) oder zur Schmierseife, die eher als Putzmittel eingesetzt wird. Diese Seifen bestehen also aus rein natürlichen Stoffen und können mit natürlichen Duftstoffen verfeinert werden. Es gibt aber auch Seifen mit chemischen Duftstoffen.

Vorteile

Stückseife ist rückfettend und somit schonender zur Haut, die nicht so stark austrocknet. Die Rückfettung entsteht nicht durch chemische Zusatzstoffe, sondern durch die Verwendung von Fetten als Grundlage für die Seife.

Stückseife enthält oft natürliche Zusätze wie Rose, Salbei und Lavendel, die für einen guten Duft sorgen. Auf Parfüme kann so verzichtet werden.

Stückseife ist besser für die Umwelt, denn meist wird bei der Herstellung auf chemische Zusatzstoffe verzichtet. Zudem wird sie in Papier verpackt. So entsteht kein Plastikmüll. Dank der kompakten Form lässt sie sich effizienter transportieren.

Die Stückseife hält lange. Bei jedem Mal Händewaschen wird nur eine kleine Menge verbraucht. Daher kann ein Seifenstück mehrere Wochen lang verwendet werden, wenn es richtig aufbewahrt wird.

Stückseife lässt sich nur schwer überdosieren. Bei normaler Anwendung kann man nichts falsch machen. Ein paar Mal mit dem Seifenstück über die Hände reiben, reicht aus.

Nachteile

Stückseife hat einen basischen pH-Wert, der die Haut schädigen kann. Allerdings wird der Effekt durch das beim Waschen verwendete Wasser weitgehend neutralisiert. Dennoch steigt der pH-Wert der Haut für ein paar Stunden an.

Seifenstück wird unpraktisch, wenn es fast aufgebraucht ist.  Wenn man sich mit dem winzigen Rest Seife waschen möchte, kann das ziemlich nervig sein. Oft schäumt sie auch nicht mehr gut.

Stückseife flutscht, wenn sie nass ist.  So hat man sie nicht besonders gut im Griff beim Waschen. Legt man die nasse Seife z.B. auf den Waschbeckenrand, kann es sein das sie davon herunterrutscht. Eine gute Seifenschale kann dies aber verhindern.

Auf der Stückseife tummeln sich mehr Bakterien. Es bietet einfach eine Größere Fläche als Flüssigseife, die in ihrem Behälter gut geschützt ist.  Aber wie oben gezeigt, sind Bakterien und Keime auf der Seife aber nicht schlimm.

Mehr, worauf man bei der Aufbewahrung achten muss. Die Stückseife muss nach der Verwendung trocknen können. Bleibt sie feucht, kann sie sich langsam auflösen und wird schmierig.

Tipp: Damit Seifenstücke nicht schnell unansehnlich werden, sollten Sie sie in eine Seifenablage legen, wo das Wasser abfließen und die Seife abtrocknen kann. Gute Seifenschalen finden Sie in unserem Shop. Mit der fehlenden Feuchtigkeit haben die Bakterien eine Überlebensgrundlage weniger. Die Seifenschale sollten Sie zudem regelmäßig reinigen und abtrocknen.

Was ist Flüssigseife?

Flüssigseife ist keine Seife im eigentlichen Sinne. Sie bestehen aus synthetisch hergestellten waschaktiven Stoffen (auch Tenside genannt), die in Wasser gelöst werden. Sie haben somit eine ähnliche Zusammensetzung wie Shampoo, Duschgel oder Geschirrspülmittel.

Vorteile

Flüssigseife hat einen pH-Wert, welcher der Haut angepasst ist. Somit ist sie deutlich hautverträglicher als Festseife. Das ist ideal bei empfindlicher Haut sowie für häufiges Waschen.

Weniger Bakterien an der Seife, da bei der Verwendung kein direkter Hautkontakt entsteht.  Allerdings kann der Pumpkopf des Seifenspenders kontaminiert sein.

Komfortablere Anwendung, da Flüssigseife nicht aus der Hand flutschen kann.

Flüssigseife lässt sich gut dosieren, da sie mit einem Pump-Mechanismus aus dem Spender geholt wird.

Nachteile

Flüssigseife ist an sich nicht rückfettend. So kann die Haut stärker austrocknen. Zur Pflege und Rückfettung werden der Flüssigseife daher zusätzliche Stoffe hinzugefügt.

Flüssigseife enthält mehr Chemie. Und da sie feucht ist, sind auch Konservierungsstoffe enthalten.

Das Verwenden von Flüssigseife ist auf Dauer teurer, weil sie deutlich schneller aufgebraucht ist. Auch höhere Transportkosten aufgrund der größeren Verpackung kommen hinzu.

Die Dosierung ist verschwenderisch. Denn schon 1x pumpen gibt mehr Seife aus, als eigentlich nötig ist zum Händewaschen.

Flüssigseife sorgt für viel Müll. Die Verpackungen mit eingebautem Spender bestehen aus Plastik und landen, wenn Sie leer sind, im Müll. Um das zu reduzieren, bieten viele Hersteller Nachfüllpackungen an. Zudem sind die Verpackungen größer, da Flüssigseifen zum großen Teil aus Wasser bestehen. 

Tipp: Viele Hersteller von Flüssigseifen bieten Nachfüllpackungen an, mit denen der Plastikmüll deutlich reduziert werden kann. In unserem Shop finden Sie stilvolle Seifenspender, damit die bedruckten Plastikbehälter aus dem Badezimmer verbannt werden können.

Fazit

Bei der Reinigungsleistung gibt es zwischen Fest- und Flüssigseife keinen Unterschied. Beide Seifenarten spülen den Schutzmantel der Haut herunter.

Fest- und Flüssigseife trocknet die Haut aus. Die natürliche Rückfettung der Festseife und die Rückfettung per Zusatzstoffen bei der Flüssigseife sind nur bedingt hilfreich, da oft das meiste davon direkt wieder mit heruntergespült wird von den Händen.

Da Flüssigseife einen hautneutralen pH-Wert hat, ist sie schonender als die Festseife, die den pH-Wert der Haut kurzzeitig verändert. Aber eine gesunde Haut verträgt normale Seife problemlos. Bei empfindlicher Haut ist Flüssigseife zu empfehlen. Und ganz wichtig: Viel hilft NICHT viel.

Generell sollten Sie Ihre Hände aber nach dem Waschen eincremen, um die Feuchtigkeit der Haut zu erhalten.

Bakterien und Keime spielen eine untergeordnete Rolle, denn die Übertragungswahrscheinlichkeit ist gering. Natürlich ist die Kontamination auf einem Seifenstück größer, da die Bakterien quasi einfach auf die Seife abgegeben werden, wenn sie in die Hand genommen wird. In Flüssigseifen können sie nur schwer eindringen, da als Öffnung zum Eindringen nur der Auslass möglich ist. Daher finden sich die Bakterien und Keime eher auf dem Pumpkopf. Aber generell sind Bakterien bei Seife kein Problem, denn sie werden weggewaschen. Dafür ist Seife ja schließlich da.

Im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit ist die Festseife der klare Gewinner. Weniger Müll und der (weitgehende) Verzicht auf chemische Zusatzstoffe schonen die Umwelt. Und auch den Geldbeutel schont die Festseife, denn sie ist billiger und hält länger.