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    Villeroy und Boch - ein europäisches Unternehmen mit langer Tradition

    Die Ursprünge der weltbekannten Villeroy und Boch AG gehen auf das Jahr 1748 zurück. In diesem Jahr gründete der französische Töpfer Francois Boch zusammen mit seinen Söhnen in Audun-le-Tiche (Lothringen) eine Töpferei, die in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens Keramik-Geschirr produzierte. Einige Dekore dieser Produkte gibt es auch heute noch bei V & B. 1791 baute Nicholas Villeroy in Vaudrewange seine eigene kleine Manufaktur auf, in der er Ware aus Steingut herstellte. Er erfand das Bedrucken von Porzellan mit Dekor - eine Technik, die später ihren Siegeszug um die Welt antreten sollte. Schon 1801 gelang es Boch, in Mettlach an der Saar eine alte Abtei in eine moderne Geschirr-Fabrik zu verwandeln. Die ehemalige Produktionsstätte, wo man damals mithilfe einfacher Maschinen Keramik-Waren herstellte, wurde zum Firmenzeichen des aufstrebenden Unternehmens und ist noch heute Sitz der Konzernzentrale.

    Um seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen, schloss sich die Boch'sche Keramikfabrik, zu der mittlerweile drei Werke gehörten, mit der Manufaktur des Nicholas Villeroy zu Villeroy und Boch zusammen. Das erste gemeinsame Werk, eine Glasfabrik, entstand im Jahr 1843 in Wadgassen (Saarland). 1846 entwickelten die Geschäftsgründer die Trockenpressung von Keramik-Fliesen, ein Verfahren, das das Unternehmen noch heute anwendet. In der Folgezeit kamen Bodenfliesen (die so genannten Mettlacher Platten) mit eingelegtem Dekor hinzu. Die beliebten Mettlacher Platten waren einfarbige oder gemusterte gebrannte Tonplatten nach dem Vorbild römischer Mosaike. Ihre dünne obere Schicht hatte ein Muster, die dickere untere Lage diente als Trägerschicht. Zur Herstellung der Mettlacher Platten schüttete man die zerkleinerten Tonmassen in Formen und presste sie mit hydraulischen Stempel-Platten flach. Die Dekore entstanden, indem man Schablonen auf die Plattenoberfläche legte.

    Das Unternehmen Villeroy und Boch war zu diesem Zeitpunkt schon so erfolgreich, das es sogar nach Amerika exportierte. 1879 bauten die Kompagnons in Merzig ein weiteres Werk, das die weltweit größte Produktionsanlage für Boden-Fliesen werden sollte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erweiterten sie die Produktpalette ihres Unternehmens um Erzeugnisse des Bad- und Sanitärbereichs wie WCs, Waschbecken und Badewannen. Letztere ersetzten nunmehr sogar in normalen Haushalten die üblichen Waschgeschirre aus Blech.